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2|15

Sex und Gender in der biomedizinischen Forschung

Frauen haben eine niedrigere Schmerzschwelle, leiden häufiger an Migräne und Morbus Alzheimer als Männer. Männer bekommen dagegen häufiger Krebserkrankungen, Herzinfarkte und Bluthochdruck. Dies sind einige popularisierte Befunde, denen in der aktuellen GENDER-Ausgabe 2/15 nachgegangen werden soll. Mit dem Schwerpunktthema soll dabei eine Brücke zwischen biomedizinischer Forschung, Geschlechterforschung sowie Forschungspolitik geschlagen werden. So stellen Ineke Klinge und Londa Schiebinger das internationale Projekt „Gendered Innovations“ vor, in dem die systematische Integration der Geschlechterperspektive in die medizinische Forschung vorangetrieben und anhand von Fallbeispielen konkretisiert wird. Adriane Icenhour, Sigrid Elsenbruch und Sven Benson gehen geschlechterbezogenen Unterschieden im Schmerzempfinden auf den Grund. Wie die Geschlechterdimension in die intersektionelle Perspektive der quantitativen und qualitativen Gesundheitsforschung integriert werden kann, zeigen Gabriele Bolte und Ulrike Lahn in ihrem Beitrag auf. Diese und weitere Schwerpunktbeiträge eröffnen durch ihren konsequenten Einbezug der Kategorie Geschlecht neue Perspektiven in der biomedizinischen Forschung und weisen gleichzeitig auf die Notwendigkeit einer viel breiter geförderten und gefächerten und die Geschlechter differenzierenden Forschung hin.

Herausgeberinnen: Andrea Kindler-Röhrborn, Sigrid Metz-Göckel