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Heiraten und Hochzeiten – kulturelle, ästhetische und soziale Praktiken und Praxen

Hochzeiten, verstanden als zentrale Übergangsrituale, die die Individualität des einzelnen Paars prägen und zugleich die herrschenden Geschlechterverhältnisse spiegeln, stehen im Mittelpunkt der aktuellen GENDER-Ausgabe. Dabei zeichnen die Beiträge eine parallele Entwicklung nach: Einerseits lösen vielfältige Beziehungsformen das bürgerliche westliche Ehemodell zunehmend ab, andererseits dominieren in der Inszenierung der Hochzeit und ihrer Vorbereitungsphase traditionelle Vorstellungen von Geschlechter- und Paarbeziehungen. Andrea D. Bührmann und Ulrike Thiele-Manjali diskutieren die kommerzielle Hochzeitsbranche und die Hochzeitspraktiken zwischen modernen Partnerschaften und geschlechterhierarchisch arrangierten (Hochzeits-)Inszenierungen. Hilde Schäffler untersucht die Interaktion zwischen professionellen HochzeitsplanerInnen und deren KundInnen und macht dabei Tendenzen von Verfestigung und Aufbrechen von genderstereotypen Arbeitsteilungen sichtbar. Julia Pauli eröffnet einen Blick auf Hochzeitspraktiken in Namibia und auf damit verbundene sozialen Inklusions- und Exklusionsprozesse. Aus unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen sich diese und weitere Schwerpunktbeiträge mit den Funktionen und Bedeutungen des Heiratens als wirkmächtiger Institution der sozialen Strukturierung und Stabilisierung der bestehenden Geschlechterverhältnisse.

Herausgeberinnen: Andrea D. Bührmann, Barbara Schaff, Beate Kortendiek